Der wütende Optimist: Zukunftsforscher Tristan Horx über Digitalisierung & Omnikrise (#30)
Shownotes
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Wie wollen wir leben? Wie werden wir arbeiten? Und vor allem: Welche Zukunft gestalten wir gerade, bewusst oder unbewusst? Heute spreche ich mit einem Mann, der Zukunft nicht vorhersagt, sondern erforscht. Einem Mann, der sich selbst als wütenden Optimisten bezeichnet, voller Hoffnung, aber ganz ohne Naivität. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des 123. C-podcasts, dem Podcast über digitale Transformation, Innovation und echte Unternehmer: innen-Inights. In der heutigen 123. C-podcast-episode sprechen wir über die Rache des Analogen und warum z. B. Skandinavia in die Schuldigitalisierung zurückdreht. Wir sprechen über KI im Alltag, von der Schule bis ins Unternehmen, was eigentlich wirklich funktioniert. Über die Social-Media-Verbote für unter 16-Jährige. Ist das eventuell eine überfällige Korrektur oder vielleicht sogar eine Panikreaktion? Auch über die Digital First Agenda zwischen Quick Wins und digitaler Erschöpfung und auch Vintage als Statement, warum zum Beispiel die Gen Z Schalplatten kauft und was das eventuell mit Politik zu tun hat. Und auch über eine Dynastie: Was passiert, wenn drei Generationen die Zukunft zum Geschäft machen. Ich begrüße heute Tristan Horx, geboren 1993 in Hamburg. Er ist Zukunftsforscher, Keynote Speaker und Co-Founder von The Future Project. Er studiert die Kultur-und Sozialanthropologie in Wien und steht seit seinem 24.
Lebensjahr auf den Bühnen Europas und ist auch gern gesehener Gast in vielen TV-Talk Shows und tritt auch als Experte in zahlreichen Nachhaltensendungen auf. Aber Tristan ist nicht irgendein Zukunftsforscher, er ist Teil einer einzigartigen Dynastie. Sein Vater Matthias Horx gründet dann 1998 das legendäre Zukunftsinstitut und pflegte den Begriff des Trendforschers im deutschsprachigen Raum. Und seine Mutter Una, gebütliche Irin und ehemalige Journalistin, forscht zur Kindness Economy und zur Zukunft des Wohnens. Und der Bruder Julian ist Illustrator und und visualisiert die Zukunftsthemen der Familie. 2023 gründete die Familie der Future Project einen Think tank, der Zukunftsforschung neu denkt. Und im November 1925 erschien ihr neueses Werk „Beyond 2026, das Jahrbuch über die Zukunft, über das wir heute noch ausführlich sprechen werden. Vielen Dank für die Einladung. Uns herzlich willkommen an Tristan Horx.
Ich habe zu danken.
Vielen Dank. Bitte gerne. Tristan, du nennst dich selbst einen wütenden Optimisten. Was macht dich eigentlich wütend? Warum bist du trotzdem optimistisch?
Das war der Versuch, sich ein bisschen gegen dieses ewige Weltuntergangsgenögle zu wehren. Und die Sache ist ja, wenn man jetzt sagt, „Ich bin Optimist, dann wirst du ja so fort in diese süße, naive Ecke, hast keine Ahnung, boah, bis 32 Jahre alt, was willst du mir schon sagen, gesteckt. Und Wut ist ja das, was, glaube ich, die Kräfte des Regressiven, sage ich jetzt mal, die, die unbedingt in die Vergangenheit flüchten wollen. Das haben die inne, das spürt man ja richtig, dass sie eine Wut haben. Wut, weil sie abgehängt wurden oder vielleicht manchmal auch einfach eine Wut, weil wir ihnen keine gute Zukunftsvision geboten haben. Und diese Wut möchte ich instrumentalisieren und gegen den Untergang verwenden. Deswegen dieser ambivalente oder vielleicht sogar widersprüchliche Begriff „Wütender Optimist. Ich kann es einfach nicht mehr hören. Weißt du? Wir haben im Vorgespräch auch kurz drüber geredet. Ja, die Bürokratie, die 5. 000 Gründe, warum es schwer ist, die kennen wir alle jetzt schon. Jetzt soll man anfangen, ein paar zu nennen, wie man auch wieder da rauskommt. Deswegen wütende Optimist.
Alles klar. Wir kommen dann sicher noch darauf zu sprechen, aber Hand aufs Herz: Du bist 93 geboren. Hast du das Internet als Teenager erlebt, Social Media als junger Erwachsener. Jetzt forschst du für die Gen Z und Beta-Generation. Eine Generation, die TikTok, KI und Klimakrise irgendwie als Normalität erleben. Wie prägt denn deine eigene Generation den Blick auf die Zukunft?
Ich finde, je älter ich werde, desto privilegierter fühle ich mich eigentlich bei meiner Generation, weil wir haben genau den Sweet Spot gehabt. Wir hatten eine analoge Kindheit, eine erreichbare Jugend, aber es gab schon ein paar Smartphones, aber niemand hatte Social Media. Da war die Bildschirmzeit am Tag vielleicht 20, 30 Minuten in der Schule. Und dann im erwachsenen Alter, dann ging es los mit all den Sachen. Dieser wunderbare Übergang von analog zu digital, weil dann spürt man ja auch vielmehr die Vorteile auch von manchen Sachen. Im Momental gibt es einen starken Hang, entweder zu Erlösungsfantasien bei Digitalisierung oder bei so völlig luditischem Zeug. Wir müssen das zerschlagen. Beides ist das Blödste und ich konnte genau diesen Übergang erleben. Und ich bin ja genau, man muss immer ein bisschen aufpassen mit Generationsdefinitionen.
Bist du der Mitte?
Ja, Ja, genau. Ich bin eigentlich ein Zed Laniel. Die Mischung aus Gen Z und Millennial, das wird dann alles sehr kleinteilig. Aber wichtig ist eben Digital Native, aber Übergangsgeneration. Und das war ein großes Privileg zur Krisendichte, weil du es kurz angesprochen hattest, die haben schon erlebt. Bankenkrise, 9/11, das ging dann schon ziemlich schnell los, auch bei meiner Generation.
Du stehst ja seit deinem 24. Lebensjahr als Speaker auf der Bühne. Was war da dein größter Moment oder auch die größte Herausforderung für dich, wenn man so beginnt und sagt: „Okay, jetzt stelle ich mich mal rauf und rede mal richtig los?
Ich war am Anfang so brutal schlecht. Ich bin einer dieser Redner, die auf Bühnen gehen, weil sie überkompensieren. Es gibt ja zwei – du kennst das sicher schon. Es gibt so die richtigen Ego-Leute, die das einfach machen, weil sie es geil finden. Und es gibt dann Leute wie ich, die überkompensieren, die eigentlich schüchtern sind und sie irgendwie versuchen, dagegen den inneren eigenen Schweinehund zu wehren. Deswegen waren die ersten paar Male sehr, sehr schwer. Die größte Schwierigkeit für mich war, glaube ich, immer, dass bei mir immer die Vergleichsmeslatte mit meinem Vater gelegt wurde am Anfang. Das ist jetzt kein Problem mehr. Wir haben auch unterschiedliche Arten. Ich bin ein bisschen polemischer, zugespitzter, schneller und er ist eher im GURU-Alter jetzt und gönnt sich das auch. Aber am Anfang wurdest du immer damit verglichen. Das ist natürlich eine Sache, die viele Leute, gerade im Unternehmenswechsel, damit beschäftigst du dich ja auch viel, ganz oft verspüren. Und wenn du das auf der Bühne hast, ist noch mal ein bisschen anders. Dann ist es nicht intern, sondern extern.
Alles klar, okay. Aber wenn du auf der Bühne bist, Sprichst du einfach frei oder nimmst du dann im Endeffekt auch irgendwelche Charts mit?
Oder wie ist es? Immer Charts. Immer Charts. Also ganz, ganz viele, aber nicht so im klassischen Sinn.
Also keine Powerball-Präsentation, die runtergelassen wird.
Nein. Wenn ich jemals den Satz „Wie Sie auf der ersten Folie sehen können von mir gebe, dann bitte mich aus allen Vorträgen zu entlassen. Also es ist so ein bisschen Infotainment, sehr hohe Dichte, sehr hohe Geschwindigkeit, auch angepasst an meine eigene Aufmerksamkeitsspanne, aber auch an die neue Aufmerksamkeitsspanne der Zuseher. Für eine eine Stunde professoriales Referat, das ziehe ich mir auf der Couch rein. Da gehe ich auf keine Veranstaltung.
Ja, klar. Gut, der Slot sei denn jetzt … Da wäre es jetzt wirklich sehr kurz. Also meistens sind es 20-Minuten-Slots.
Ja, zwischen 20 und 45 ist so die Regel.
Genau. Aber lass uns jetzt mal über deine aktuelle Arbeit sprechen, über das, was dich gerade am meisten umtreibt. Du hast einen Begriff geprägt, der mir wirklich nicht mehr aus dem Kopf geht. Das ist die Rache des Analogen. Was meinst du damit eigentlich und was passiert denn gerade jetzt?
Es gibt jetzt schon, würden viele so wahrnehmen, auch einen gewissen Backlash gegen gewisse Teile der Digitalisierung. Ich glaube, man muss immer aufpassen, das ein bisschen trennen, weil das sind ja immer sehr große Termine, die da verwendet werden, alles zu treffen. Also gerade gegen die Digitalisierung von Beziehungen und Aufmerksamkeit. Da gibt es starke Gegentrends momentan, das spürt man. Und gleichzeitig verlieren wir dadurch ein bisschen die Fähigkeit darüber, glaube ich, auch zu reden, wo wir wirklich dringend digitalisieren sollten, weil wir natürlich Wesen sind, die immer ganz gern einfache Muster haben, alles über einen Kamm scheren. Und die Rache des Analogen ist natürlich so: Viele Sachen kommen doch einfach dann wieder. Hättet ihr jemand gesagt, dass Schaltplattenspieler wieder ein Comeback feiern? Und zwar richtig. Das Dumbphone würde ich auch schon mittlerweile fast als analog bezeichnen. Also für alle, die nicht wissen, was Das ist quasi das alte Nokia-Handy, wo man nicht ins Netz mit kann, aber doch erreichbar ist. Bis hin zu, auch viel überrascht, Spieleabende bei Jugendlichen haben unglaublich zugenommen. Also richtig analoges Zeug.
Man spricht auch vom neuen Biedermayer, dass man weggeht und man trifft sich zu Hause und kocht und trifft sich. Und das ist ja auch ein Problem mit der Gastronomie, dass die Jugendlichen auch weniger konsumieren.
Die saufen auch nichts mehr.
Das ist ganz schwer. Genau. Und auch gezielt wirklich sozusagen weggehen.
Das Klingt zwar alles ganz schön, aber das hat natürlich auch seine eigenen Risiken, weil eine der großen Bedrohungen, die wir gerade erleben, und das ist vielleicht gerade im Kontext Digitalisierung von Gesellschaft so, diese Third Places, diese Begegnungsorte, die Drittorte, wo auch Zufälle passieren, die sind ja immer weiter reduziert worden und wir kuratieren genau, wer sind unsere sozialen Interaktionen? Und das führt natürlich dann zu dieser Blasenbildung, die man ganz stark erlebt. Und auch – großes Thema bei mir – auch eine mangelnde intergenerationale Begegnung. Weil natürlich, den Spielabend mache ich mit den Jungs, die sind alle so alt wie ich. Das hat alles, wie man so schön sagt, Vor-und Nachteile. Die Rache des Analogen soll natürlich auch darauf hinweisen, dass Wandel ja so funktioniert, mit der Digitalisierung ebenso. Man geht zehn Schritte vor, dann geht man nach, dann geht man wieder nach, vor, zurück. So muss das funktionieren, statt das totalitär zu sehen.
Du hast gerade vorher angeschnitten, dass das Windet, Schallplatten wieder sozusagen geliebt werden von der Gen Z. Aber ist das eigentlich mehr Nostalgie oder auch ein politisches Statement?
Was glaubst du? Na, Nostalgie kann es bei denen ja gar nicht sein. Die kennen es nicht. Aber das muss man schon sagen, die Gen Z hat, und das ist schon schmerzhaft, meiner Generation auch so, Nostalgie für eine Zeit, die sie niemals selbst kannten. Das sagt schon eine Menge darüber aus, wie deren Zukunft und Gegenwart sich anfühlt. Ich glaube, die primäre Motivation dahinter ist natürlich auch ein Statement, ist ja cool, anders zu sein. Wenn alle Spotify haben, ist natürlich der Schaltplattenspieler cool. Aber die Grundformel ist, neue Technologien bringen alte Kulturtechniken oder auch Technologien auf ihre eigentliche Stärke zurück. Der Schaltplattenspieler wird nicht alles dominieren, aber wenn man achtsam, konzentriert und personalisiert quasi schon Musik hören möchte und das wirklich genießen will und das entschleunigen will, dafür ist es super. Das heißt, Das merken wir immer mehr. Die Bandbreite an verschiedenen technologischen Mitteln, oder auch kulturtechnischen Mitteln, die man nutzt, wird immer größer dadurch.
Habe ich bei einer Studie gefunden, wo herauskommt, dass im Endeffekt 56% der Gen Z Vinyl für Ästhetik kaufen und 37% als Dekorationselektriz.
Ja, viel gehört wird damit ehrlicherweise nicht, aber es sieht schon cool aus.
Es sieht schon cool aus, genau. In Interviews sagst du immer, Kinder haben ein Recht auf eine analoge Kindheit und du bist auch ein Verfechter für gibt es Social-Media-Verbot bei Jugendlichen. Wie kam es dazu? Bist du doch irgendwie ein Digital-Native? Warum bist du jetzt dafür, dass Social-Media-Verbote geben sollen?
Da gibt es ein ganz interessantes Phänomen. Man sieht das auch politisch, z. B. Aus Deutschland, z. B. Nur die SPD konnte Hartz IV einführen. Alle anderen Parteien konnten das nicht. Und genauso konnte nur die CDU die Schuldenbremse auflösen, weil es dann glaubhaft ist, wenn es sogar die machen, die eigentlich am stärksten dagegen sein müssten. Und deswegen können, glaube ich, auch nur die Digital-und Native-Generationen die Digitalisierung in den Griff bekommen. Mit dem allergrößten Verlaub, wenn die Boomer jetzt kommen und sagen: „Ach ja, die neue Technologie verdippt die Jugend, dann sagt man: „Okay, Opa, setz dich hin, geh ein bisschen fernschauen. Das funktioniert so nicht. Und die Studien aus Deutschland zumindest zeigen, das hat die Zeit mal befreit, repräsentativ: 82% der 18 bis 24-Jährigen sind für das Social-Media-Verbot. Das ist natürlich unglaublich gute Nachricht, weil das bedeutet, die Betroffenen wissen es, dieser Generation kann man das abnehmen und glauben, dass sie es machen. Insofern ist es so eine Form von paradoxer Intervention. Und die Überraschung, und ich glaube, deswegen war der Effekt auch so stark, als ich das gesagt habe, ist, dass ein Digital-Native-Zukunftsforscher, der also grundsätzlich mit völliger Technologiewachstumsnaivität verbunden ist, wenn der sich schon dagegen einsetzt oder dafür, also für das Verbot, dann sind das gute Nachrichten.
Okay. Jetzt gibt es schon Länder, die es umgesetzt haben. Australien war das erste Land. Deutschland denkt darüber nach. Glaubst du, dass es in Deutschland funktionieren wird?
Oder ist ihr berückt? In den nächsten fünf Jahren wird das in der EU Standard sein.
Wird Standard sein? Ja.
Es geht aber nur auf europäischer Ebene.
Okay, aber die einzelnen Länder an sich selber werden es nicht schaffen.
Na ja, Frankreich hat ja schon losgelegt jetzt. Dänemark, glaube ich, auch. Das wird halt irgendwann auf EU-Ebene kommen. Aber das ist jetzt nur mehr eine Frage der Zeit.
Okay, alles klar. Du sagst auch, wenn Roboter bessere Roboter werden, müssen wir Menschen humaner werden. Also ein sehr starkes Statement. Was bedeutet das eigentlich für die Arbeit, für die Gesellschaft und für die Schule?
Das ist natürlich gerade jetzt im Kontext mit dem großen Wachstum von KI und auch den großen Sorgen damit verbunden. All das in der Arbeit, wo man sich selber schon ein bisschen wie ein Roboter gefühlt hat und wir alle haben so was im Alltag gehabt, das werden die Dinger übernehmen, ob du willst oder nicht. Es gab auch mal eine Zeit, da musste ein Banker gut rechnen können. Das ist jetzt auch schon länger vorbei. Und hätte man da gesagt: „Aber du schau, der Willi, der ist so schnell im Kopf rechnen. Wir brauchen den Taschenrechner gar nicht. Irgendwann ist das überholt. Genau dasselbe wird da passieren. Und mir ist wichtig, aufzuzeigen, rechnen, dass es eigentlich zwei große Jobbereiche gibt. Es gibt die High Human Touch Jobs, die ganz stark auf menschlicher Interaktion basieren. Die werden wachsen. Und natürlich die symbiotischen Berufe Mensch-Maschine. Das sind die zwei Felder, die wachsen. All das, wo man hohe Redunanzen hohe Repetitivity hat, wo man immer wieder dasselbe macht. Das sind alles Sachen, die die Dinger nehmen werden und auch zu Recht. Und diese endlosen Bedrohungen, der Untergang kommt, weil die nehmen uns die Jobs weg. Wenn die demografische Lage in Österreich und Deutschland angeschaut wird, dann muss man betteln, dass die kommen und die Jobs wegnehmen.
Genau, wir sind schon im Thema künstliche Intelligenz. Das ist die große Bombe. Wir erleben sie auch selbst in der Beratung. Auf der einen Seite ist es auch paradox. Auf der anderen Seite gibt es die digitale Schöpfung, auf der anderen Seite die Revolution. Und du hast du in deinem Buch „Behond 2026 das Kapitel „The Human Upgrade bestehen. Das klingt ein bisschen nach Cyborx und Gehirnschips. Was ist mit dem Human Upgrade eigentlich wirklich gemeint?
Eigentlich, das Gerade, nehmen wir mal zum Beispiel ein einfaches Beispiel, die Kreativbranche. Es kommt die KI und man denkt: „Wir werden das alles lösen, indem wir uns dann Chips einpflanzen und so. Ich finde, ein paar Chips wären auch gar nicht so blöd, wie oft ich meine Schlüssel schon verloren habe, ganz ehrlich. Aber viel mehr Da ist der Gedanke, KI zum Beispiel wird uns im Kreativbereich in die nächste Ebene der Kreativität zwingen. Das ist dann ein Human Upgrade. Es kommt natürlich zum gewissen Grad exogen daher, also nicht von innen. Wir werden dazu gezwungen, aber das halte ich für eine wunderbare Angelegenheit eigentlich, weil wenn ich drüber nachdenke, die ganzen Leute sagen: „Oh, die haben einen Grafiker und so weiter. Da gab es Leute, die haben fünf Tage die Woche, acht Stunden am Tag, Kärcherkataloge zusammengeschraubt. Das ist bei der größten Liebe. Es ist auch mal Zeit für einen Human Upgrade, gerade mit Blick auf die Informationsökonomie da draußen, sollten wir, glaube ich, jetzt mal sagen: „Okay, get our brains to the next level, höchste Eisenbahn.
Und wenn ich das einfach auf die Unternehmen übertrage, viele Firmen digitalisieren: „Ja, wie verrückt. Sie kaufen neue Software Sie machen KI-Pilotprojekte, ständige Transformation, aber die Mitarbeiter sind erschöpft, verwirrt und kommen damit gar nicht zurecht. Wie könnte man das Human Upgrade auf wirklich Unternehmen und auch auf CEO übertragen?
Das ist natürlich dann die unternehmenskulturelle Frage. Ich finde viel spannender, zu schauen, wie schafft man eine Unternehmenskultur so, dass sie diese neuen Technologien annehmen können? Würdest du tausendmal schon erlebt haben, aber wenn der Chef herkommt und einfach sagt: „Mir wurde diese Technologie eingeflüstert und ihr müsst die jetzt alle verwenden, und die passt aber eigentlich gar nicht in die Arbeitsrealität und die Alltags der Leute, dann geht das immer schief. Und dann erzeugen sich auch so negative Zyklen, weil man hat große Investitionen reingesteckt und hat man das Gefühl, man kann es nicht nicht verwenden, aber irgendwie funktioniert es nicht. Die Produktivität fängt an zu sinken, du hast die hohen Ausgaben noch von der neuen und zack, gerade bei KMUs kann das ziemlich bedrohend sein. Also das Human Upgrade, glaube ich, in Unternehmensebene ist eigentlich, eine Unternehmenskultur so hinzubekommen, dass sie auch Transformation und digitale Anpassungen überhaupt machen kann. Das ist nicht so einfach, weil wir haben ja Unternehmen, die großteils noch auf industrieller Logik basieren, auch in den Unternehmenskulturen, und versuchen da jetzt einfach in diese alten Arbeitsmodelle, KI und Digitalisierung reinzuschmeißen. Das geht eigentlich nicht. Genauso So wie, wenn du Einzeitalter zurückgehst ins Agrarzeitalter, würden die Leute jetzt sagen: „Was?
Ihr arbeitet fünf Tage die Woche? Seid ihr wahnsinnig? Was macht ihr? Und ihr arbeitet im Winter? Da sitzt man eigentlich drin und frisst und macht nichts für sechs Monate. Also wie sich eben die Unternehmenskulturen und die Arbeitszeiten auch an die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen anpassen müssen. Das sind wir überhaupt noch nicht. Alleine über 50% der Österreicher und Deutschen starren beruflichen Bildschirme müssen aber Zeit absitzen, wie als würden sie am Fließband stehen. Und wenn du es nicht machst, kriegst du vom Staat eine drauf und die Gewerkschaft erwirkt dich. Das kann doch nicht unser Ernst sein, dass man versucht, da rein neue Technologie rein zu injezieren, die uns effizienter macht, aber ich muss trotzdem noch vier Stunden extra vor dem Rechner absitzen, weil ich muss brav meine Zeit absitzen. Come on, wir müssen mal mit dem Kulturellen anfangen, dann ist das Digitale, glaube ich, gar nicht mehr so schwer.
Wir merken in der Beratung, wir haben ja den digitalen Reifegrat des Unternehmens, der Company und des Managements. Und das ist immer sehr interessant, dass es hier nicht einen riesengroßen Gap gibt. Das Management Man sieht sich immer ganz anders als die Mitarbeiter selbst, ganz klar. Und was wir wirklich in der Beratung gemerkt haben, ist, wir müssen mit dem Management beginnen, das Change Management durchzuführen, was sonst funktioniert jetzt nicht, weil sonst ist kompletter Schwachsinn.
Wie sagt man? Der Fisch fängt ab.
Ja, genau. Das ist so das übliche Spielchen. Kommen wir zu einem anderen Thema. Ihr sprecht auch von einer Omnikrise und ich sage, sie kann 20 Jahre dauern. Das ist ja länger als jeder Weltkrieg oder Pandemie. Viele Menschen haben derzeit irgendwie das Gefühl, es ist irgendwie alles kaputt. Die Klima, die Politik, Wirtschaft, die eigene Psyche sogar. Es gibt jetzt extrem viel Burnouts. Früher hat man gesagt, man überfordert, jetzt geht man ins Burnout. Was ist für dich die Omnikrise und warum unterscheidet sie sich von einer ganz normalen Polykrise.
Ja, weil in einer Stapelkrise, Polykrise, da ist eine Krise auf die nächste, so ein bisschen wie so Pfankuchen. Und die Omnikrise hat das Dilemma, dass sich die Phänomene gegenseitig verstärken und so ein Strudel entsteht und den hat man jetzt gerade. Einer der verschiedenen Arme der Omnikrise ist zum Beispiel die kognitive Krise und die verstärkt ja alles andere, sondergleichend. Alles, was du gerade angesprochen hast, sind ja Sachen, die wir tagtäglich auch immer in den Medien nachgekaut bekommen und das dann auch glauben. Ich habe mal ein bisschen genauer Nachschaut: Wie geht es uns eigentlich individuell? Es hat von 2019 auf 2024 4% abgenommen, dass Leute sagen: „Mir geht es gut oder sehr gut. Das ist nicht wirklich sehr viel. Wir sind da dann irgendwie auf 82% der Bevölkerung Punkt. Wenn man die Deutschen aber fragt: „Wie denkst du, geht es den anderen?, hat sich dieser Wert halbiert. Und dasselbe, das fand ich so spannend, gerade neulich mit der Donorversicherung hier eine große Umfrage bei KMUs gemacht. Genau dasselbe bildet sich in Österreich zum Beispiel auch in den Unternehmen ab. Zwei Drittel, wenn man sie befragt, sagen: „Es geht uns gut oder eher gut, und wenn man sie dann noch fragt: „Wie geht es den anderen?, dreht sich es Dann sagen sie: „Zwei Drittel von denen geht es ganz schlecht.
Also ist es eine Frage der Innen-und der Außenwahrnehmung. Und das führt jetzt ganz stark in diese verschiedenen Krisenherden mit rein. Dazu kommt natürlich auch, und das macht schon einen Unterschied, wir sind zum ersten Mal eigentlich die ganze Zeit mit dem ganzen Weltschmerz konfrontiert. Richtig. Früher, mit dem Allergrößten verlaubt, aber in deiner Jugend wahrscheinlich. Da war es ja so, wenn irgendwo auf der anderen Seite des Planetens was passiert? Hat er nicht mitbekommen. Wenn, dann irgendwo ein kleiner Teil unten in der Zeitung. Jetzt kannst du irgendwo passiert irgendwas. Und ich sehe ja, dass renommierte Online-Medien, die ich respektiere, mir sofort einen Live-Ticker anbieten. Ich verstehe das aus aufmerksamkeitsökonomischer Ecke, aber aus gesellschaftspsychologischer Ecke ist das eine Katastrophe, weil du siehst, das ganze Leid des gesamten Planetens dauernd. Wir sind halt doch geographisch gebundene Wesen und da würde man dann auch merken, wenn man sich ein bisschen in seinem eigenen Umfeld umschaut, da gibt es auch gute Sachen, die passieren. Das vergisst man nur.
Aber es ist auch doch ein Scheitern des großen Versprechens, weil die digitale Vernetzung sollte Demokratie fördern, aber im Endeffekt gibt es Polarisierung. Die Globalisierung soll die Frieden bringen. Es gibt mehr Kriege. Wie siehst du das?
Das ist die Grundformel der Trendforschung, dass Trends auch Gegentrends verursachen. Wir sind da gerade in der ganzen Menge Gegentrends. Ich bin auch noch damit beruflich sozialisiert worden. Wir haben lange mit den Megatrends gearbeitet und gesagt, die zeigen ganz klar, wo die Reise hingehen. Das hat schon zwei angesprochen, wo man merkt, das funktioniert nicht mehr. Die Globalisierung dreht gerade massiv in den Gegentrend Nationalismus. Wir bauen wieder Panzer in Europa. Richtig. Immerhin sind wir gut drin. Trotzdem. Wissenskultur: Wird die Gesellschaft noch intelligenter? Das Gefühl haben wir schon lange nicht mehr. Finde ich auch ganz spannend. Vielleicht eins, das nicht so polemisiert, aber nicht uninteressant ist. Wir haben auch diese Grunderzählung: Es gibt Landflucht und die Leute ziehen in die Großstädte. Stimmt nicht mehr. Wir haben eigentlich schon langsam Stadtflucht. Die Urbanisierung, auch ein Megatrend, der sich umgedreht hat. Das heißt, man muss eben wissen, dass sich viele dieser – und das hast du auch eigentlich gerade angesprochen – diese alten Versprechen, diese alte Zukunft, die ist vorbei. Das müssen wir jetzt akzeptieren. Aber ich sehe das nicht nur als negativ. Die Globalisierung war auch überhitzt. Wenn die Globalisierung bedeutet, dass wir am Ende unseren ganzen Müll nach Afrika kamen, war das auch nicht unbedingt gut.
Ich sehe das auch als einen Teil der Systemkorrektur. Und was man wahrscheinlich nicht unterschätzen sollte, ist, dass wir natürlich als Menschen die ganze Zeit diese linearen Zukunftsvision haben wollen. Unternehmer wollen das ja auch so. Ich will diesen Trend und ich will, dass der steigt, ewig steigt und da reite ich dann mit. Und so funktioniert das halt nicht. Frustrierend, aber die Wahrheit.
Aber jetzt bin ich Unternehmer und sage: „Okay, ich muss jeden Tag Entscheidungen treffen. Wie kann ich da im Endeffekt auf Trends … ? Sollte ich auch auf Trends übersetzen? Oder wie gehe ich mit dem Thema um? Die Unternehmer sind ja komplett überfordert mit sich selbst und mit allem.
Ein großer Teil davon ist, glaube ich, dass sie die ganze Zeit hören, es muss alles neu und alles ganz anders sein. Und manchmal, es gibt viele Unternehmen, die sind so hinten nach bei manchen Prozessen, dass sie auf einmal jetzt wieder im Gegentrend liegen. Und da kann man auch sagen, manchmal kann man auch einfach recht haben oder auf den Gegentrend setzen. Das würde ich erst mal sagen. Und ich glaube, ganz wichtig ist momentan, dass man versteht, dass Zukunft eigentlich dann entsteht. Wir hatten das auch so ein bisschen bei der Rache des Analogen und so weiter. Wenn man das alte, was sinnvoll war, kombiniert mit dem neuen, was gut ist. Momentan ist, glaube ich, weiß, weil die Stimmung in der Wirtschaft auch so schlecht ist, dieses Gefühl, es muss alles fundamental anders sein. Es gibt auch manche Sachen, die funktionieren auch ganz gut. Und diese Iterationsprozesse, gerade in so unruhigen Zeiten zu halten, das fällt Managern natürlich sehr, sehr schwer, weil die wollen natürlich, ich kenne das auch. Reingehen ins Unternehmen und sagen: „Wir haben eine völlig neue Strategie und die wird uns jetzt retten. So funktioniert es nicht. I'm sorry. Und eine andere Sache, glaube ich, die man da …
Also es gibt da ein wunderbares Wort für, das wir das jetzt brauchen: Ambiguitätstoleranz, mit dem „sowohl als auch um gehen zu lernen. Das ist, glaube ich, momentan unglaublich wichtig. Wir digitalisieren unser Unternehmen immer mehr, aber gleichzeitig wollen wir schauen, dass wir unsere Unternehmenskultur und unseren Umgang wirklich in Person und berührend und vertrauend machen. Das wirkt ja total paradox. Eigentlich, wenn man sagen, wir digitalisieren alle Meetings für immer und wir brauchen gar kein Büro mehr. Stimmt nicht. Der erfolgreichere Unternehmen machen das nicht. Wir sehen eben dieses sowohl als auch kommunizieren statt in dem Totalitären. Das ist, glaube ich, ganz wichtig.
Ich möchte noch ganz kurz zurückkommen zur künstlichen Intelligenz. Du hast im Dezember auf LinkedIn geschrieben: „Ki ist kein neuer Entscheidungsträger, sondern ein Redundanz-Filter. Das klingt völlig anders, als wir sonst hören. „ki wird alles verändern, „Ki ist die neue Elektrizität.
Calm down, everyone. Calm down, mein Gott. Ich Es sind natürlich diese überzogenen Erwartungshaltung, die wir von Hollywood wahrscheinlich großteils haben. Das Interessante ist, da werden gerade so viele Erlösungsfantasien reingesteckt, dass man auch so ein bisschen, habe ich das Gefühl, die eigenen menschlichen Führungs-und Unternehmensverantwortungen einfach wegschiebt. Forget it. Ich glaube, viel fester daran, dass wir durch KI und Automatisierung immer mehr Redundanzprozesse, auch im industriellen Bereich, man siehe China, Dark Factories, arbeitet keiner mehr da, weil Greifarme brauchen kein Licht. Wie will man erzählen, dass im Jahr 2040 die Lagerhallen von Amazon noch von Menschen in Sklaven ähnlichen Verhältnissen befüllt werden oder die Erntehilfe hier in Österreich für Hungerlöhne aus dem Osten eingekahren wird? Get out of here. Ich glaube, viel mehr wird eigentlich in diesem Bereich automatisiert werden, als unbedingt in dem Geistigen. Wir liegen gerade bei Large-Language-Models und das ist die Berührungsfläche von 95% der Menschen mit KI. Das ist, ich will es nicht ganz so sagen, aber fast ein Hütchenspielertrick. Die suggeriert sehr gut darin, dass sie recht hat, sich sehr gut darin uns zu überzeugen. Und die neuen Models, so wie man es sieht, wenn sie besser werden, werden nicht besser in reasoning, also sie bessere Antworten finden, sondern sie werden besser in Überzeugung.
Ist lustigerweise auch eine sehr menschliche Fähigkeit eigentlich, oder? Irgendwie sehr passend. Aber ich setze vielmehr meine Hoffnung eigentlich in die Automatisierung von Redundanzprozessen, als das Ersetzen von Kreativität, Management, Führung, Zwischenmenschigkeit. Ich glaube, das ist Zukunft nach Kindchen-Schema. Wir bauen den Menschen genauso und sein Hirn nach. Das wird mit Nullen und Einsen und mit Large-Language-Models nicht gehen. Da müssen wir schon Richtung Quantencomputing kommen. Das menschliche Hirn ist nicht, den Nullen und Einsen nachzustellen.
Okay. Du hast da vorher gerade über die Stunden gesprochen der Arbeitszeit.
Ein ganzes Buch drüber geschrieben. Könnte mich verendern, zu machen. Habe ich gemerkt, dass ich mich da so ein bisschen in Rage rehe.
Ja, aber du sprichst eher von einer 4-Stunden-Arbeitszeit. Wird ja vorhin schon angesprochen, dass man sinnlos vom Bildschirm sitzt, einfach die Zeit abzusitzen.
Das ist im Übrigen der große Bruch zwischen den Generationen der Arbeitswelt.
Das merkt man auch beim Recruiting. Mein Work-Life-Balance ist das...
Ja, du bist das Kampfwort dafür.
Das nette Schlagwort, dass kein Unternehmer mehr hören will. Mit dem braucht man gar nicht mehr reinkommen.
Ich kann es aber auch nicht mehr hören.
Was wir auch merken, ist, Die Mitarbeiter wollen keine 40 oder 38 Stunden mehr arbeiten. Wir haben die meisten bei uns, arbeiten halt ihre-Ich glaube, man verwechselt den Begriff „Arbeiten und „Absitzen.
Wozu steigen die Produktivität in all diesen Berufen, wenn ich dann trotzdem noch die ganze Zeit absitzen muss? Das ist pointless.
Viele wollen es auch in 30 oder 32 Stunden schaffen.
Weil sie es können. Passt ja.
Genau, aber die Frage beim Unternehmen ist dann: „Wie soll ich das dann finanzieren? Ich kann natürlich für 25 Stunden nicht die 40 Stunden zahlen. Das ist ein bisschen das Problem, was wir haben.
Ja, weil Stunden einfach ein … Das stimmt nicht für alle Berufe, sondern für die, von denen wir auch reden, immer mehr. Abgesessen, Stunden, Sekunden ist einfach eine schlechte Metric für Produktivität. Das verlangt natürlich dem Management was ganz anderes ab, nämlich zu schauen, wie können wir individuell unsere Produktivität messen? Zeit ist super angenehm, weil es mega normierbar ist. Deswegen macht es auch der Gesetzgeber so. Ist viel, viel einfacher, aber total unterkomplex für die Moderne. Eigentlich wäre es viel schlauer, dass man schaut … Ich kann allen managen – ich bin ja auch jetzt nicht gerade unerfahren in diesem ganzen Bereich – einfach mal versuchen zu schauen, mal ein bisschen rückrechnen: Was haben die Leute bei mir in der Firma im Schnitt pro Woche geleistet? Und dann gibt man denen das als Wochenauftrag. Da wird man sehen, der Großteil der Leute kann Mittwoch 12: 00 Uhr heimgehen. Das ist einfach die Realität, weil wir natürlich eine Unternehmenskultur geschaffen haben, aus dem Industriellen noch, und da war es super, jetzt bringt es nichts mehr, wo effiziente Mitarbeiter mit mehr Arbeit bestraft werden. Warum soll die mich dann reinhängen? Früher gab es ja noch das Argument der Karriereleiter, wenn du hart gearbeitet hast, aber das funktioniert so heutzutage nicht mehr, das wissen wir alle.
Die schlauesten Mitarbeiter sind ja die, die darin eigentlich sehr gut sind, so zu tun, als würden sie arbeiten und produktiv wirken, aber eigentlich die ganze Zeit nur, keine Ahnung, TikTok scrollen. Das ist eine – ich werde fast geschimpft – sehr schlechte Incentive-Struktur für Unternehmen. Und da würde ich mir schon ein bisschen mehr Kreativität von den Managementebenen wünschen, dass man das mal hinterfragt mit der Zeit. Ist auch, muss man sagen, nicht so einfach, weil der Gesetzgeber natürlich und die Gewerkschaften immer darauf herum pochen. Aber trotzdem, ich gehe davon aus, eines Tages wird Zeit, wird einfach nicht mehr in den Großteil der Branchen der Messwert sein. Und dann muss ich diese Diskussion über 32 Stunden Woche, 40 Stunden Woche nicht mehr führen.
Ja, Gerade in der Kreativbranche oder auch in der Beratungsbranche, bei uns hat sich das schon über Jahre abgezeichnet, dass die Mitarbeiter auch keine Anwesenheit zur Pflicht haben. Es war sehr lustig, dass wir vor der Pandemie schon das Modell hatten: „Arbeite dann, wenn du Lust und Laune hast. In Mies ist es egal, ob jemand zu Hause sitzt und am Abend den Job macht. Aber es gibt teilweise Kundenkontakte, das ist eine andere Geschichte. Aber im Grunde genommen sind, glaube ich, die Branchen und Agenturen schon früher viel weiter gewesen.
Ja, aber man muss einfach sagen, die Berufe, die diese Flexibilität als Möglichkeit haben, sind tendenziell eher die, die mehr werden momentan. Berufe, muss man auch sagen, die geistig oder kreativ sind, sind die Wachstumsberufe einfach. Das heißt, wenn die Wirtschaft dahin streut … Ich meine, alle neiden Silicon Valley irgendwie nach, aber schauen sich von den Unternehmenskulturen da irgendwie nichts ab. Da ist es noch mal ganz anders. Die haben dieses Thema nicht. Das ist Work-Life-Blending. Da wohnst du auf einem Campus, nicht den Leuten. Das ist für uns hier: „Ich will eigentlich acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf. So muss doch das Leben sein. Und das ist ganz anders. Deswegen funktioniert es bei denen auch so gut kulturell eigentlich. Also nur zu sagen, ich war in Silicon Valley und habe mir ein paar coole VR-Brillen angeschaut, das reicht nicht. Nimm die Kultur auch mit, wenn du es ernst meinst Gott hat auch vorher einen Nachteil.
Dieses sektenhafte Google-oder Facebook-Leben ist halt sehr speziell.
Gut für die Wirtschaft.
Ich war in Dublin ja bei Google und das ist schon sehr speziell. Also wenn du dann einen Personal Trainer hattet, einen Trainer, die du dort hast und deine Reiserei und ein Supermarkt.
Das ist Work-Life-Blending. Vielleicht muss das so sein. Ich lebe meinen Beruf auch. Ich habe auch keine Wahl. Was soll ich machen, wenn ich nach zwölf Stunden reise und im Vortrag ins Hotel komme und sage: „So, jetzt arbeite ich nicht mehr. „eigentlich wohl?
Das funktioniert so nicht. Als Selbstständiger geht das sowieso nicht.
Sowieso nicht, aber immer mehr Berufe werden so nicht gehen in diesem alten industriellen Modell, außer man steht am Fließband, geht das halt nicht.
Gut, lass uns über Bildung sprechen. Ein Steckenpferd von dir. Chatgpt kann heute Hausaufgaben machen, Reset schreiben Matheaufgaben lösen. Manche Lehrer sagen, das Ende der Bildung, wie wir sie kennen, ist gekommen. Wenn jeder das Fachwissen übernimmt, was ist eigentlich noch die Rolle der Lehrer? Ist es eher Coach, Mentor, Motivator, Und es gibt sozusagen auch einen Gegentrend – ich habe mal das ausgedruckt – von Schweden. Ja, das ist ein super Beispiel. Schweden ist sehr speziell. Die Wanne bis dato immer so im Digitalisierungsbereich ganz vorne. Und 2025 auf einmal The Break. Jeder Schüler braucht wieder ein gedrucktes Lehrbuch pro Fach. Es wird wieder Handschrift und Schreibschrift, es wird wieder verpflichtet, keine Dippelei. Digitale Geräte werden nur noch gezielt eingesetzt. Also da ist wirklich der volle Gegentrend da.
Was würden Sie nennen könnte, die Rache des Analogen, oder?
Ja, ich wollte zwar nicht der Wind, weil er dazu gekommen sind. Und die sind eigentlich auch ein bisschen geschockt gewesen, weil das gab den PISA-Schock, dass sie sozusagen zurückgefallen sind bei den Wertbewertungen. Und es gibt auch eine Studie vom Karol-Linska-Institut, dass die sagen, digitale Geräte schaden der kognitiven Entwicklung bei Kindern unter zwölf Jahren zum Beispiel. Sind wir auch auf dem Weg dorthin in Europa?
Ich glaube, davon können wir jetzt lernen. Ich finde, das ist ja das Schönste, wenn man die eigene vermeintliche Schwäche zur Stärke macht. Wir sind hinten nach. Aber jetzt können wir uns die schauen, die noch vorne geprescht sind und uns diesen Schritt sparen, weil die haben jetzt abertausende Geräte wieder aus den Schulen völlig umsonst bezahlt gehabt und mussten alle wieder weg. Also zu der ersten Frage: Was ist dann Bildung eigentlich? Ich glaube, im Jüngeren ist es vielmehr Vorbereitung auf Gesellschaft und Zwischenmenschigkeit. Hat man ja sehr schön während den Lockdowns auch gesehen. Die Funktion der Schule ist vielmehr eine soziale, als es eine der Informationsberieslungen ist. Und momentan, das Österreichische, das deutsche Bildungssystem, Das funktioniert ja noch immer so: „Ich, Lehrer, bin hier mit Wissen und ich, Schüler, armes Würstchen, habe das Wissen nicht und darf es von dir bekommen. Hey, get over it. Diese Zeiten sind vorbei. Das wird sich auf jeden Fall mal verändern. Zu dem Thema, ich merke das auch bei meinen Studenten, das führt mich langsam auch ein bisschen in den Wahnsinn. Ich habe denen gesagt: „Leute, bitte, wenn ihr die Dinger mit ChatGPT schreibt, mir wird langweilig bei diesen Texten. Ich merke das.
Ich kann euch dafür, als Zukunftsforscher, kann ich denen keine Minuspunkte dafür geben, dass sie es verwendet haben. Da habe ich gesagt: „Wenn mich der Text langweilt, dann werde ich euch das schon klar machen. Das habe ich schon langsam gemerkt. Ich mache das jetzt auch schon seit sechs Jahren, dass das schon einen Effekt vor allem auf das kritische Denken hat. Ich habe es jetzt neulich gemerkt. Ich habe so Digitalbetreuung mit denen für ihre Abschlussarbeiten und ich hatte zwei Jungs, die haben beide überraschend lange gebraucht, auf die Fragen, die ich ihnen gestellt habe, zu antworten. Die haben es zwischendran getippt und haben es wieder abgelesen. Wir sollen ja nicht luditisch sein. Das ist eine tolle Technologie, aber So wie wir alle sagen, es ist cool, dass wir einen Taschenrechner haben im Handy, wollen wir trotzdem, dass alle prinzipiell verstehen, wie addieren funktioniert. Und so muss man das da, glaube ich, auch handhaben. Bis zwölf, kritisches Denken beibringen, all diese Fähigkeiten, die da von ChatGPT übernommen werden und wie auch die nächsten Modelle heißen werden und ab dann langsam dahinführen. Das ist ein wunderbarer Weg. Deswegen habe ich gesagt, recht auf analoge Kindheit, weil da muss man es lernen.
Da muss man merken, wie die Wurst gemacht wird und dann kann man ganz viel Wurst in essen danach, würde ich sagen.
Aber wenn ich jetzt das auch für die Unternehmen übertrage, das schwedische Modell, dann merkt man auch, dass es langsam wieder in den Gegend drin gibt, wieder echt die Meetings wieder zu machen, weg von diesen ganzen Teams-Meetings, dass man vielleicht die Protokolle selber schreibt und nicht mehr sozusagen von der KI zusammenfassen lässt.
Man lässt sie von der KI mitschreiben und lässt sie dann von dem Menschen zusammenfassen. Das ist eine ganz interessante Arbeitsteilung. Da haben wir es wieder. Es war schon redundant, dass der irgendein einmal Werkstudent sitzen musste und einfach mittippen musste. Wie wahnsinnig. Aber die relevante Zusammenfassung gibt auch schon mittlerweile ganz gute. Ich finde, da kommt ein gutes symbiotisches Spiel hin, genau da. Das war doch gerade bei dem Thema Meetings. Auch von meinem Business, Vorträge sind ja am Wunderkind oder ähnlich. Da haben gemerkt, wenn das digital besser wäre, dann hätten wir es einfach weiterhin so gemacht. Aber genauso wie manche Meetings in Person einen Vorteil haben, der nicht unbedingt Informationstransfer ist, sondern eben auch Team Building, kreative iterative Arbeit. Warst du schon mal in so einem achtstundigen Zoom-Meeting? Das ist Wahnsinn. Da nachher willst du dich aus dem Fenster schmeißen.
Nein, nach einer Stunde bist du …
Bist du eigentlich durch, da passiert nichts mehr. Aber das anzuerkennen, das ist, glaube ich, ganz wichtig. Momentan wird das eben binär verhandelt. Entweder man ist ein Unternehmen, wo es hundertprozentige Anwesenheit ist, vielleicht wir machen keine digitalen Meetings oder wir haben unser Büro aufgegeben und machen alles in der Cloud. Und die Mischform daraus. Analoge Begegnungen hat einen guten Sinn und Grund, aber wenn ich konzentriert schreiben möchte, gehe ich nicht ins Büro. Da lasse ich mich vom Büro-Clown und nicht ablenken. Also wieder hier, diese Fähigkeiten, diese Ambigüität, mit dieser Ambivalenz umzugehen, das fällt uns, glaube ich, gerade sehr schwer. Aber wir sehen, auch die Digitalisierung hat einen Gegentrend, dann hat auch wieder das Analoge einen Gegentrend. Das sind eben Schleifen.
Gut, kommen wir jetzt zu zu deinem großen neuen Buch, „Behond 2026. Ich habe es hier liegen. Ich muss das Mikro kurz weggeben. Zeigst du kurz in die Kamera?
Ist ein schönes Stück geworden, oder?
Zwei Kilo? Ja. Ich glaube fast, oder?
Hat sehr viel Spaß beim Verpacken und Versenden gemacht, wenn du mal 400 von den Dinger transportieren muss.
Sogar mit persönlicher Rhythmung habe ich es sogar bekommen. Ich wäre überrascht. Ich habe gedacht, okay, persönliche Touch ist ja nicht besser.
„personal Touch Business.
Genau, also recht cool. Es ist bereits das dritte Zukunftsjahrbuch, das ihr geschrieben habt im Team „Future Project und es gibt zwölf große Kapitel über „Humanoide, Weltordnung, Generation und Nachhaltigkeit und der Untertitel des Buches steht hier nicht drinnen, aber es gibt einen Untertitel, heißt „Turning the Tide – Was, wenn es ab jetzt besser wird? Das klingt ja ziemlich provokant, gerade in Zeiten von Klimakrisenkriegen, Polarisierung. Und die Menschen sagen: „Besser? Wie bitte? Was soll man jetzt machen? An was soll ich glauben? Warum dieser Optimismus?
Na ja, das ist ja im Prinzip immer eine Frage erst mal. Keine Prognose, Das muss man natürlich jetzt schon mal feststellen. Und ich finde es einfach interessant, ich merke es, wenn man Leuten diese Frage stellt, die können damit gar nicht umgehen, weil sie sich noch nie ein Szenario ausgemalt haben, wo es besser werden würde. Aber es wird irgendwann besser werden. Ob es dieses Jahr jetzt ist oder dieses Jahr ist, ist wurscht. Aber irgendwann wird es besser werden, auch in der Wahrnehmung, jetzt nicht nur in den Indikatoren, weil trotzdem, wenn man herauszoomt in die Menschheitsentwicklung, muss man sagen: „Was für ein geiler Ritt, auch bis jetzt. Jetzt kurz ein bisschen, grummelt es ein bisschen der Motor, aber come on. Also wirklich unglaublicher Ritt eigentlich gewesen. Ich mache dieses Experiment auch ganz oft mit Menschen oder mit Unternehmen oder auf Bühnen, und ich frage: Versetzt euch mal in eine Zukunft, die für euch lohnswert ist. Nicht einmal das schaffen die Leute. Und stell immer die Frage: Wie sieht die Zukunft aus, die sich für dich lohnt? Und dann kannst du dir die Frage stellen: „Wie kommen wir dahin? Aber erst mal brauchst du ein Ziel. Nein, dass wir das nicht mehr haben, sondern dass wir auch gerade in Informationsökonomie und Politik das Gefühl haben, da wird immer nur Feuer ausgemacht, eins nach dem nächsten, aber eine Vision gibt es nicht mehr für eine fernere Zukunft, 10, 15, 20 Jahre.
Das soll das mal jetzt bewirken. Wie gehen wir damit um? Ich habe das Gefühl, meine Hoffnung war ja, wenn es gut läuft, dann wird viel gejammert in Österreich. Und wenn es schlecht läuft, dann zieht man sich zusammen und ändert was. Aber jetzt habe ich das Gefühl, man jambert, wenn es gut läuft und man jambert, wenn es schlecht läuft. Meine These wäre, wenn es gut läuft, dann darf man wieder jammern. Bis dahin gibt es jetzt ein Verbot, Moratorien aus jammern.
Gut, ein Ein bisschen in deinem Buch heißt „Die Humanoiden kommen, also „Humanoiden, Roboter als Alltagsbegleiter. Wo stehen wir da jetzt derzeit? Ich meine, in China schaut die Welt schon ganz anders aus als in Europa.
Ja, aber ich stehe natürlich noch in den Baby-Schuhen. Aber das mit den humanoiden Robotern ist ja so interessant, weil ich weiß gar nicht, ob diese Darstellungsform unbedingt die Beste ist. Also zwei Beine, zwei Arme. Weiß gar nicht.
Sie machen es ja deswegen, damit die KI lernt, wie Menschen sich bewegen. Deswegen schauen die auch so aus.
Das ist die eine Seite. Die andere ist auch, glaube ich, dass da … Wie haben wir gesagt? Da ist so ein bisschen, gerade von den Tech-Bros, auch so ein bisschen diese: „Wir sind erst Gott geworden, wenn wir den Menschen nachbauen können. Und wie habe ich das noch mal neu? Ich habe das noch mal nicht gehört. Zeugungsneid oder Gebärungsneid. Wir Männer können keine Wesen erschaffen und deswegen bauen wir sie jetzt einfach aus Dinger. Also ich will schon in eine Zukunft kommen, wo vieles von dem, was ich erst so ätzend im Haushalt empfinde, übernommen wird. Ich erinnere mich, einer meiner ersten großen Vorträge war für Daimler bei der CES, damals in Las Vegas, also mein erster großer Oasis-Vertrag. Da war ich 26, 27. Da wurde schon gesagt, nächstes Jahr gibt es endlich die humanoiden Roboter, die deine Wäsche waschen und falten können. Wir sind keinen Millimeter näher gekommen, muss man ehrlich sagen. Also das dauert, aber sie werden natürlich irgendwann kommen. Ich glaube, nur, es gibt so die zwei Ebenen, die wir da bestreiten müssen. Das eine ist, und das macht Da habe ich mir gerade ein bisschen Sorge, weil doch ein bisschen zunimmt, so als Ersatz für menschliche Bindung, also Einsamkeitsepidemie und so weiter.
Ich brauche keine Freundin, sondern nur einen tollen Roboter. Und die andere Sache, und da sehe ich es wirklich drin, ist natürlich: „Hey, Alltagscrap, all die Sachen, die uns am Nerv gehen. Darauf freue ich mich schon auch.
Aber glaubst du, dass die Gesellschaft schon so weit ist, dass sie die Roboter annehmen werden in naherer Zukunft? Oder ist eher die Skepsis sehr groß?
Wie du gesagt hast, im asiatischen Kulturraum zum Beispiel ist es ganz anders. Das hängt aber auch mit kultureller und religiöser Prägung zusammen. Den Japaner zum Beispiel ist völlig egal. Die sind animistisch, bei denen hat auch ein Stein eine Seele. Das bedeutet kein Problem für die, dass ein Roboter eine Seele hat. Wir mit unserem tief katholisch, manchmal humanistischen Weltbild, hier, wir werden da noch ein bisschen Wochen. Das funktioniert, glaube ich, nur darüber, wenn es besser ist. Also wenn es wirklich einen Mehrwert für mich hat, dann kommt man auch schon darüber hinweg.
Alles klar. Lass uns vom Roboter zur Weltordnung springen. Du skizzierst sechs geopolitische Szenarien bis 2050, von Kooperation bis Kollaps. Wir wollen jetzt gar nicht sehr politisch werden, aber was hältst du für das Wahrscheinlichste, was eintreten könnte?
Also jetzt hat man natürlich gerade das Gefühl, dass die alte Weltordnung, die alte Weltpolizei, gibt jetzt mal ein bisschen auf.
Das ist vielleicht auch ganz gut so. Also ist schon komisch, dass wir gerade in einer Welt sind, wo ein autokratisches Regime in China eigentlich der rationalste Akteur ist. Gefühlt, oder? Von denen weiß ich, was ich kriege momentan.
Aber bann er nicht, nein? Eben.
Also das sagt schon mal einiges aus. Es gibt einen sehr schlauen Sager. Ich glaube, den belassen wir dann dabei Weil es gibt ja auch einen gewissen Neid momentan von uns über diese Regierungsformen, also weicher Faschismus. Und was ich da neulich gehört habe, was nicht uninteressant war, war, ein chinesischer Diplomat hat gesagt: „Schaut, bei euch im Westen, da könnt ihr die Politiker ändern, aber nicht die Policy. Und bei uns kannst du die Partei, die Politiker nicht ändern, aber die Policy. Das macht schon einen Unterschied. Ich glaube, dass dieser Druck, der jetzt auch von dort kommt und generell in dieses Weltsystem, politische, demokratische System großteils reinspielt, dass der uns jetzt auch eigentlich zwingt, die Demokratie in die nächste Ebene zu bringen. So wie sie jetzt ist, die kann mit der Informationskrise plus KI, kann die nicht mithalten in der Form. Die müssen wir dringend verändern, sodass sie nicht so wird. Und insofern bin ich da eigentlich guter Dinger, dass das zu einer Korrekturschleife führt, weil vor zwei, drei Jahren waren wir uns alle nicht sicher, ob nicht vielleicht doch mal eine Atomrakete irgendwo mal rausgezogen wird. Das mittlerweile wissen wir schon, es fühlt sich ein bisschen anders an wieder.
Wir sehen, es funktioniert schon auch über Kooperation. Und irgendwann ist auch der Mann, dessen Namen ich nicht sagen werde, der orange Troll im weißen Haus, habe ich mir vorgenommen als Neujahrsvorsatz, ich sage seinen Namen immer, der ist auch irgendwann weg.
Irgendwann . Ja, lassen wir es so stehen. Lassen wir es so stehen. Kommen wir zu einem anderen Kapitel aus dem Buch. Das nennt sich „Kopf, Hand, Herz, die unsichtbare Kluft der Gesellschaft. Da beschreibst du ja drei verschiedene Welten. Also den Kopf, das sind die Wissenschaftler, die Akademiker, der Großstadtleben, Hand, also die ganzen Handwerker, die Produzenten eher ländlich orientiert und das Herz, das sind die vielen Kehrberufe, Pflege, Soziales. Aber warum gibt es diese unsichtbare Kluft? Ist das nicht gefährlicher als die klassische Links-Rechtspaltung?
Ja, oder der Klassenkampf. Irgendwie riecht es ja schon so ein bisschen nach Klassenkampf eigentlich, würde man ja denken. Also gerade Thema KI, da werden Distanzen in Ökonomien, in den Diversivalökonomien entstehen, die kaum zu beendigen sind. Aber ich fand, das war eine schöne Betrachtung, vor allem eine positive Betrachtungsweise, zu sagen, jeder dieser drei Felder hat seine Daseinsberechtigung auch in einem menschlichen Organismus, auch ein bisschen im gesellschaftlichen Organismus. Und dass diese Kluften da jetzt nicht zu groß werden, weil wir alle wissen, der Körper funktioniert gut, wenn das Hirn mit dem Herz und den Händen kommunizieren kann, sollten wir das jetzt wieder überwinden. Aber ich fand die Darstellungsform eigentlich auch ganz schön, weil alle sich jetzt fragen durch KI: Was passiert mit dem Arbeitsmarkt oder entsteht so eine Zweiklassengesellschaft? Und das sind, glaube ich, die drei großen Cluster, die man heraus analysieren kann. Wobei ich auch sagen muss, eine Sache, die wir schon länger hatten, ist eine gewisse Elitenüberproduktion. Wir haben ein bisschen zu viel Hirn gemacht in letzter Zeit. Das kann man historisch sehr schön einordnen. Immer wenn du die Elitenüberproduktion hast, merkt man ja, dann entstehen eben so geistige, philosophische, soziologische Konzepte, die nicht mehr mit der Realität vereinbar sind.
Das erleben wir jetzt gerade, diesen Backlash auf die Postmoderne. Das kann man jetzt immer so zynisch als Woke bezeichnen, das kann ich auch nicht mehr hören. Aber das war natürlich eine Überintellektualisierung von Wir haben einfach einen sozialen Prozessen, weil wir haben zu viel Leute in die Hirnberufe gesteckt und uns gehen bei den Handberufen jetzt ein bisschen was aus. Das wird aber auch wieder nachgekorrigiert werden. Ich bin da ganz optimistisch.
Ja, es gibt schon eine Gegend drin, dass das Handwerke mehr wert ist als ein Uni-Abschluss. Das ist crazy. Man bekommt ja auch keinen Job. Ja, eben.
Aber in meiner Jugend haben sie mir gesagt …
Du musst studieren, sonst wirst du sollst …
Das ist auch die große Enttäuschung meiner Generation gewesen. Wir haben eigentlich alles gemacht, was man uns gesagt hat. Studiert und so weiter. Und am Ende verdienen wir weniger als unsere Eltern damals. Das schon. Der Generationenvertrag ist ja zum ersten Mal gebrochen. Deswegen auf ins Handwerk.
Na ja, es war ja lustig, weil 18 nach der Matura musste ich ja ein Handwerk lernen. Wirklich? Ja. Ich habe im zweiten Bildungsweg …
Was hast du gemacht?
Kochkellner.
Kochkellner? Das kommt einem immer zugut, oder?
Das ist ja egal. Aber ich musste dann wirklich Das war bewusst, ich muss einen Berufsabschluss haben und dann kann ich studieren anfangen.
Das können wir eigentlich wieder einführen.
Das war wirklich lustig und somit habe ich nie Angst, dass ich gegen ihn einen Job finde, weil der Worst-Case-Gehlinge-Dorff ist. Hinten im Plachutter. Als Kelly zum Blachutter oder zum Kalandmann und mache da meinen Kaffeetshop. Ist auch Wurst. Da kann man auch gute Connections haben. Das war die Generation meines Vatergesagtes. Ich muss einen Abschluss machen, sonst geht es nicht weiter.
Finde ich, soll man wieder einen Betrag ziehen eigentlich.
Warum nicht? Also Das geht auch mit Zeit und Bildungsblick genau. Gut, zwei Kapitel, die ich kurz ansprechen möchte, die aus dem Buch sind. Das eine nennt sich „Beyond Green.
Mein Lieblingsthema.
Ja, das Lieblingsthema. Was läuft denn eigentlich schief derzeit?
„über der Kulturkampf ist verloren. Das muss man jetzt einfach mal sagen. Ich Insight, das ist für mich wirklich … Wir haben ja eingangs übergegeben, man soll sich nicht zu viel selbst loben, vor allem auf LinkedIn. Aber letztes Jahr hat mich die Commerzbank in Frankfurt in ihren Nachhaltigkeitsbeirat einbezogen. Das ist schon … Also spiele ich zum ersten Mal bei den Großen mit. Also wirklich andere Welt für mich, aber wirklich beeindruckend und wirklich fantastisch. Und deswegen auch das ganze Thema, Nachhaltigkeit noch mal neu anzugehen, gerade mit einem wachstumsökonomischen finanziellen Blick. Und dann musst du sagen, das Ding ist durch. Das merkst du doch, wenn Unternehmer gerade Nachhaltigkeit hören, das ist für die Kostenpunkt.
Ja klar.
Also wenn ich Geld habe, dann investiere ich das nicht in Nachhaltigkeit, sondern wenn, dann Digitalisierung oder KI. Ja, der Kulturkampf ist verloren, was das angeht. Auf Fridays For Future musst du auch Fridays For Hubraum folgen. Das war natürlich irgendwie nicht zu vermeiden. Neulich habe ich gehört, Zylinder statt Kinder.
Ehrlich super.
Da ist ein starker Backlash gerade drin. Und die Frage ist, wie können wir Green, drehen in eine Wachstumsache. Ich möchte in eine Zukunft kommen, wo wir im Jahr 2040, 2045 … Ich nenne mal ein Szenario, weil das ja die Unternehmen in Österreich sehr schmerzend, Energiepreise. Im Jahr 2045, wenn wir das gedreht kriegen in eine Eine blaue Wachstumsökonomie, nicht eine grüne Verzichtsökologie, wirst du als Unternehmen, auch als Privatperson, eine Flat Rate für Strom zahlen und so viel Energie verbrauchen können, wie du möchtest, ubiquitär. Was würde das für dein Unternehmen bedeuten? Das sind Visionen, die Bock machen auf Zukunft. Das zieht. Zu sagen, wir müssen verzichten und dann geht die Welt vielleicht nicht unter, das reicht einfach nicht. Nicht, weil wir schlechte Menschen sind, sondern weil in der Talkshow hat das mal irgendeine weise grüne Guru-Tante mir gesagt: Wenn du den Kopf unter Wasser hast und da steht Luft und daneben steht Nachhaltigkeit, was wirst du wählen? Also die Lage haben wir jetzt so ein bisschen. Und ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass wir es hinkriegen, weil es schon geil. Der Mann da drüben, der Name, den ich nennen werde, sagt „Drill, Baby, Drill, aber kein Abort.
Es ist schon langsam klar, dass industrielle, fossile Zeit, da war eine geile Zeit. Wir waren, gerade wir im deutschsprachigen zentraleeuropäischen Raum, „Wie erfolgreich waren wir bitte? Aber es ist die nächste Etappe. Und das vergisst man, aber letztes Jahr, nein, 2024 sogar, haben wir in Europa zum ersten Mal mit erneuerbaren Energien mehr Energie produziert als mit Fussilen. Das muss man sagen, der Österreicher wird da sagen: „Nein, das zählt nicht, weil da hat man Nuklear mit reingerechnet. Vielleicht auch der Nukleartrauma ist ja eines Sondergleichen, aber prinzipiell ist er schon beeindruckend, wenn man sich die CO₂-Sachen anschaut. Und auch Elektromobilität kommt jetzt in die Gänge, auch wenn die Deutschen es mal verpennt haben. Es gibt schon auch gute Zeichen da. Es ist keine Nachhaltigkeit war keine Frage der Moral oder des Wertes, sondern es war ein Marketingversagen im Ende. Und das müssen wir jetzt korrigiert kriegen. Und deswegen „Beyond Green, weil ich will Wachstumserzählungen führen und nicht Verzichtssachen. Da kriegst du einfach niemanden für motiviert. Eben klar. Wenn es gut läuft, geht es. Wenn es gut läuft, kann man sagen, ein bisschen weniger. Aber wenn schlecht läuft, zu sagen, du musst noch weniger für die alle.
Gut, das letzte große Thema aus dem Buch „Von Boomer zu Beta.
Mein Lieblingsthema.
Du isolierst dabei sechs Generationen. Das So eine spannende Generation Beta, das sind diejenigen, die 2025 geboren wurden oder jetzt gerade. Was wird diese neue post-digitale Generation von der jetzigen Generation unterscheiden? In welche Richtung wird das gehen? Wie werden die leben? Wie werden die arbeiten? Was glaubst du?
Das werden AI-Natives werden, glaube ich. Oder Locals vielleicht. Wir werden Digital-Natives. Die werden Berufe aus ihrer Kindheit noch kennen, die sie aber gar nicht mehr wählen können. Da kann es kein Lager Boxenträger dort werden. Das wird es nicht spielen. Das wird es einfach nicht mehr geben in dem Sinn. Oder vielleicht Kassierer, Kassierin in der Form. Aber die werden sie noch aus ihrer Jugend oder ihrer Kindheit kennen. Ein anderes Beispiel, das sehr schön greifbar macht, ist, wenn die Diesel oder Benzin riechen, werden die sich noch total nostalgisch an, keine Ahnung, die Reisen nach Italien, Mama und Papa erinnern, aber die werden das nicht mehr so, wie wir das Uliquitär kennen, riechen können. Und muss man auch sagen, demografisch wird es für die wieder gut sein. Wir haben jetzt einen großen Überhang an Alten. Das hat natürlich große für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und so weiter. Wenn das junge Erwachsene werden, die Betas werden, ich liebe die Boomer, meine Lieblingsgeneration, ich bin neidisch, dass ich nicht mit dabei war, 68 und so, Summer of Love, aber die werden sich reduzieren und dadurch in Österreich wird innerhalb der nächsten Jahre solche Unmengen an Geld vererbt werden. Es ist, glaube ich, noch nicht ganz klar, wie viel da gleich die Pipeline runterkommt in konsumsfreudigere Alterskohorten.
Das heißt, die werden auch demografisch und ökonomisch, glaube ich, wieder einen Aufschwung in ihrem jungen Erwachsenenalter haben. Das macht total etwas mit einer Generation. Ich habe in dem Kapitel mal versucht, den Generationen Begriff und die Abfolge ein bisschen anders zu interpretieren, nämlich nicht so klassisch über Geburtsjahre, zu schauen, in welcher Lebensphase eine Krise dich trifft. Das macht einen großen Unterschied. Also zum Beispiel junge Erwachsene, Schüler, Studenten, für die waren die Lockdowns eine soziale entwicklungspsychologische Katastrophe. Für Kinder war es eigentlich wieder ganz geil. Mama und Papa waren mehr zu Hause. Da gibt es Freude, Eierkuchen. Und für mich war es auch wieder geil. Ich war die Generation danach. Ich hatte einen kleinen, feinen sozialen Kreis, musste die ganze Zeit rausgehen und feiern und sozialisieren. Und das kann man über ganz viele verschiedene Krisen sehen. Eine Finanzkrise trifft die Eltern anders als die Kinder und, und, und, und, und. Das war der Versuch, immer aus diesem starren Generationsbegriff auch wieder „ Beyond Generations zu denken, weil eine Sache, die ich jetzt sehr viel gemerkt habe, ist: Es gibt Boomer, die sind sehr jung geblieben und es gibt Gen Z vor allem, also die Generation nach meiner, die wirklich schon Duktus und Lebensanstellung eines Rentners haben.
Das ist unglaublich.
Ja, das stimmt. Das kann ich mir beunterhalten. Ich bin ja gerade an der Grenze zwischen Boomer und Gen White. Wir sind mit 65 geboren, also gerade an der Grenze. Dann wechseln wir das Thema. Wir haben jetzt viel über die großen Zukunftsbilder gesprochen und viele, glaube ich, unsere Hörer und Hörerinnen sagen: „Ja, spannend, aber was mache ich jetzt morgen früh im Büro? Die meisten unserer Hörer und Hörer sind die Führungskräfte, CEO ist Digitalverantwortliche, die wirklich jeden Tag konkrete Entscheidungen treffen müssen und deshalb möchte ich ein bisschen von der Theorie zur Praxis wechseln. Es gibt ja sozusagen Beratungen wie wir, die Unternehmen mit einer Digital First Agenda begleiten. Was machen wir? Wir machen Readiness Check, wir machen E-Prozessoptimierungen, wir zeichnen mit denen eine digitale Landkarte, wir erheben den digitalen Reifegrad und unterstützen sie in allen Bereichen. Und genau da wird es spannend, weil deine Zukunftsforschung und unsere Beratung sind wie zwei Seiten einer Medaille. Du sagst ihnen im Endeffekt …
Ich habe keine Ahnung von der Praxis. …
Wohin die Reise geht. Du sagst, wohin die Reise geht und wir sind diejenigen, die sagen: „Oh, wie kommen wir da hin? Definitiv. Aber bevor wir da jetzt reingehen, schauen wir ein bisschen zurück in die Vergangenheit. Viele Unternehmen haben in den letzten drei bis fünf Jahren massiv in Digitalisierung investiert, in Cloud Migration, CRM-Systeme, Marketing, Automation und KI-Projekte. Aspekte. Und was ich immer höre von den CEO: „Die sagen, wir sind jetzt digital.
Als wäre das ein Endpunkt, in dem man ankommen kann.
Ja, aber es fühlt sich anders an. Das ist immer so das Spielchen. Sie sagen: „Wir sind jetzt digital, aber irgendwie fühle ich es nicht. Was glaubst du, haben die Unternehmer da übersehen? Was sollen sie da 2026 anders machen, das auch vielleicht mehr zu spüren?
Ich glaube, sie erwarten, dass das ein Endpunkt ist. Wir sind jetzt digital und jetzt muss ich die Erwartung halten, dass sich alles anders anfühlen muss. Und dabei ist es dann so, wir haben noch immer Meetings in Person und wir müssen noch immer gewisse Sachen ausdrucken und zeichnen. Dann sind wir doch nicht so digital. Mir wurde doch versprochen, das fällt alles weg. Ich glaube, es ist die Erwartungshaltung, die dann eben da drauf trifft, dass es auch eine Menge Sachen gibt, die analog bleiben. Das ist wunderbar. Das ist, glaube ich, Erwartungshaltungsmanagement.
Du sprichst auch von einer digitalen Korrekturschleife. Erleben wir gerade diese Korrektur auch in Unternehmen?
Weniger in Unternehmen, weil die haben noch mehr aufzuholen, aber in der Die Gesellschaft, die lädt es ja gerade vor. All das, was wir schon gesagt haben. Ich finde, das ist dringend notwendig, dass wir eben auf diese neuen Kommunikationstechnologien, Informationstechnologien auch mit Kulturtechniken antworten. Also wenn wir vielleicht ein kleines Das ist jetzt ein ganz historisches Beispiel, aber wir denken ja, dass der Buchdruck eine super Angelegenheit war. Romantisieren wir ja total. Daraus ist erst mal Krieg, die Spaltung der Kirche, Hexenverbrennung und so gefolgt. Anleitung zur Hexenverbrennung war vermutlich der erste Bestseller. Und dann haben wir auch gelernt, mit Kulturtechniken damit umzugehen. Genau dasselbe muss mit unserer Informationswelt im Netz jetzt passieren, hoffentlich ohne den 30-jährigen Krieg.
Ja, klar. Im Buch schreibt ihr auch über the Good Future Companies, also Unternehmen wie Happy Brush oder Model One, wo Erfolg und Menschigkeit einfach zusammengehören. Ihr nennt das Kindness Economy. Also eine Wirtschaft in der Freundlichkeit, kein Nice to have ist, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Was macht denn Wie sind die Unternehmen aus deiner Sicht wirklich so Zukunftsweg, wenn sie dieses Kindness Economy verfolgen?
Da geht es vor allem ganz stark darum, wieder ein bisschen rauszukommen aus diesem Shareholder-Maximization-Fetisch und wieder rein in die Unternehmer und Mitarbeiter in Bindungsebene zu kommen. Das haben wir sehr vergessen, weil viele Unternehmen ja auch gerade glauben, ich muss mich eh nicht so lange an die binden, weil a) ist die Jobwechselrate so hoch und b) im Idealfall kann ich die eh bei einem Roboter oder mit KI ersetzen. Also die Bindung zwischen Unternehmer und den Mitarbeitern ist so schlecht geworden, habe ich das Gefühl.
Aber die Start-ups machen es, die machen das mit Beteiligung.
Die machen das mit ökonomischer Beteiligung und natürlich auch mit gut Start-up, sondern mit eigenen Gefahren. Die Das ist auch wieder eine Innovation, irgendwie so ein bisschen. Wer in einem Start-up gearbeitet hat, der weiß, sehr exhausting. Da kommst du mit Arbeitsstunden, kannst flöten gehen. Aber die Kindness Economy, der versucht sich gerade so ein bisschen zu wehren. Man hat schon das Gefühl, dass die Wirtschaft sich in zwei Richtungen spaltet. Die harten, bösen Unternehmen, die alles nur maximieren wollen und extrahieren wollen und die netten Unternehmen, die den Gegentrend dazu bilden müssen und es auch erfolgreich tun. Davon gibt es immer mehr Beispiele.
Du sagst, die Digitalisierung muss menschlich sein. Das unterschreiben wir natürlich bei unseren Unternehmen zu 100%. Bei unserer Digital First Agenda geht es nicht nur Technik First, sondern wirklich auch die Digitalisierung mit dem Menschen im Mittelpunkt. Aber wenn du jetzt von einem Unternehmen angerufen wirst und sagst: „Okay, ich habe jetzt 500 Mitarbeiter, mache 500 Millionen Euro Umsatz, und sagst: „Okay, Tristan, wir wollen jetzt digital durchstarten, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Welche drei Fragen würdest du eigentlich dem Unternehmen das erste stellen?
Welcher Prozentsatz eurer Führungsetage ist unter 40.
Okay.
Dann würden sich alle anderen Fragen eigentlich von dem schon ergeben. Das wäre dann, glaube ich, so ein Punkt der Bifurkation, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man die Frage stellt. Das wäre, glaube ich, meine erste Die zweite wäre, glaube ich, auch in eurer eigenen Wahrnehmung, wie weit seid ihr schon? Und dann, glaube ich, die ist mir jetzt neu gekommen, die Frage auf deine vorherige Anekdote, mit dem es fühlt sich nicht anders an: Wie soll es sich anfühlen, wenn ihr endlich digitalisiert seid? Ich glaube, das wäre ganz interessant, weil vielleicht müssen wir dann vielmehr auch ins … Vielleicht muss dann irgendwo ein großer Ballon platzen und ganz viele Dings rauskommen: „Ihr sind digitalisiert. Das Digitalisierungsfest, wir haben es endlich geschafft. Ich weiß nicht, aber es ist eine kommunikative Frage Das wären, glaube ich, die drei Fragen, die ich stellen wir. Super. Aber jede von denen sagt ja ganz viel über das Unternehmen dann aus.
Die erste Frage mit „Wer ist unter 40? Ist schon sehr brutal, oder?
Ja, ich würde dem beinhart eine Quote aufoktruieren. Ja, okay. Jede Führungsebene müsst ihr aus jeder Generation den haben. Wir merken, das ist ein wunderbares Beispiel, das nennt man Institutional Lag, also die Verzögerung. Merkt man im Gesundheitssystem unglaublich stark. Bist Wenn du Primar bist und wirklich was verändern kannst in den Strukturen, in dem System, ist dein digitales Wissen einfach schon so dermaßen alt, dass sich nichts nach vorne bewegt. Und das hat man in ganz vielen Institutionen. Bei Gesundheit merkt man es ganz stark. Aber wenn Seniorität und Entscheidungsmacht nur nach Alter läuft, läufst du in die Gefahr, bis die Prozesse sich verändern, du viel zu spät dran wirst und dann die Sprache nicht mehr sprichst. Wir alle sind, und das meine ich jetzt gar nicht despektiv, weil ich auch, ich bin jetzt schon langsam ein Tourist in der digitalen Welt der nächsten Generation. Das will uns allen irgendwann mal so gehen, alles zu akzeptieren und strukturell zu integrieren, das halte ich für ganz wichtig.
Wir haben jetzt sehr viel über Zukunft, Legalisierung und Krieg gesprochen. Kommen wir zu einer neuen, weiteren Dimension, die wir bisher nur gestreift haben. Du bist ja nicht allein. Du bist Teil einer Familie, die seit 30 Jahren die Zukunft erforscht. Wie ist das eigentlich am Frühstückstisch? Sprecht ihr da nur über das Thema Trendforschung, Digitalisierung und Co. Oder wie läuft das ab bei euch?
Also Smalltalk ist dieser Familie relativ fremd. Was ich erst relativ spät gelernt habe in meinem Leben, dass das eine Fähigkeit ist. Smalltalk ist wunderbar. Das muss man mal können. Ich habe das lange nicht gekonnt. Kann es auch immer nicht so gut, aber man kann sich vorstellen, Frühstückstisch, vor allem Abend, auch, werden halt immer tagesaktuelle Geschehen einfach diskutiert. Es ist immer ein bisschen wie Meisberger Light oder so die ganze Zeit. Das Deswegen ist es auch gut, dass wir so eine hypermobile Familie sind, weil das hältst du keine sieben Tage die Woche durch. Es ist schön, wenn man sich zweimal die Woche vielleicht sieht.
Dann ist es okay.
Und dann gibt es auch Abende, wo man das nicht macht. Das ist ganz, ganz gesund, habe ich mir sagen lassen.
Aber du hast mit deinem Vater einen gemeinsamen Podcast, Horx & Horx, der Podcast der Generationen. Wie unterscheiden sich da eure Perspektiven als Boomer versus Millennial? Gibt es da Themen, wo ihr fundamental komplett anderer Meinung seid?
Ja, bei KI sind wir doch anderer Meinung, habe ich jetzt nicht mehr gemerkt. Ich bin da doch eher in, dass wir zu richtigem ökonomischem Wachstum führen und er doch eher in, dass wir die Gesellschaft verderben. Bei ein paar Generationsklischees sind wir uns ein bisschen … Man muss sagen, wir streiten uns ja nicht, sondern wir sind sehr gut darin, zu diskutieren, aber ein, zwei Mal zielt der schon so eine: „Ich bin hier der Senior und ich weiß, dass Karte. Da ist schon für mich dann sehr schwer. Also diese Aufzeichnungen, die fallen mir immer sehr, sehr schwer. Aber ich glaube, das ist so eine der großen Sachen, wo wir uns widersprechen. Und das ist aber auch, da kann ich Ihnen keinen Vorwurf machen, die Boomer haben ja gerade eher als alter 68er-Hippie, hat da mit Joschka Fischer und Cambone irgendwie Unis angezündet und was weiß ich da in den 70ern. Die haben natürlich momentan das Gefühl, sie hatten Unrecht. Sie haben so viel weiter bewegt, irgendwie Frauenrechte, Gleichberechtigung, Individualisierung und so weiter. Und jetzt gehen sie langsam alle in Rente und sehen einfach, wie überall der Rechtsruck zurückkommt. Und das ist gerade in deutschen und in österreichischen Biographien natürlich für die Boomer ganz schwer, weil deren Eltern ja meistens doch relativ stram rechts waren.
Und da versuche ich, ihn auch ein bisschen zu trösten. Okay, klar.
Aber für dich jetzt als junger Horx war das früher schwierig, in die Fußstapfe deines Vaters zu treten? Wurde das eher verglichen, wenn du auf der Bühne standest? Oder wie war das am Anfang?
Ganz. Die Erwartungshaltung war natürlich einfach sehr hoch. Und wenn du dann irgendwie ein bisschen herumstammelst und herumschwitzt am Anfang, weil du einfach ein nervöses Hemd bist, weil du natürlich auch weißt, dass du diese Erwartungen zu Erwartungen erfüllen musst, hat das schon was. Man soll das natürlich nicht vergessen. Es ist ein Fluch und ein Segen zugleich. Na klar. Und wie man es nutzt, darauf kommt es dann an. Ich habe auch mittlerweile, das ist ein schöner Punkt, ich bin nicht mehr an dem Punkt, wo wir so verglichen werden. Oder man sagt: „Oh, die Fußstapfen, das höre ich mittlerweile hält sich selbst. Und es ist klar. Ich mache mein Ding und habe den großen Vorteil. Ich habe einfach schon 32 Jahre Berufserfahrung durch ihn. Aber am Anfang war das natürlich tricky. Kein Hehl ausmachen, das war schon intensiv.
Jetzt blicken wir ein bisschen in die Zukunft, ins Jahr 2056, also 30 Jahre später. Dann bist du Mitte 60. Was soll dann dein Vermächtnis als Horx sein? Ist das eher sozusagen eine Haltung, eine Methode oder einfach der Mode, Zukunft zu interpretieren?
Ich glaube, es ist eine Haltung. Ein Haltung? Das Größte meines Lebens wäre, wenn eines Tages, wenn jemand so ein bisschen fies, leicht zynisch, aber optimistisch ist und dann jemand sagen würde: „Da der Horxelt schon wieder. Das wäre für mich ein Traum. Das wäre cool, oder? Das wäre für mich ein Traum. Da braucht vielleicht noch ein paar Generationen, aber die Dynastie beginnt ja mit mir.
Aber Horxeln ist super.
Horxeln, der Horxelt schon wieder.
Er muss es einfach immer wieder sagen auf den Bühnen.
Ich werde jetzt mal ordentlich einen raushorxeln. Na schon, oder? Das wäre schön. Das ist mir gerade spontan eingefallen, weil ich mir die Frage noch nicht gestellt habe, aber das wäre doch eine gute Legacy. Das wäre doch ein guter Legacy.
Das wäre überhaupt ein Teil von den Vorträgen, dass man sie immer wieder verwendet.
Ja, man muss schon schauen, dass man es nicht zu „Ich zeige euch jetzt mal, was Horxeln ist, aber ich werde mir das gleich danach notieren und das irgendwo einbauen. Das ist sehr gut. Ich sehe, warum du Berater bist. Das ist schon sehr gut.
Alles klar. Ein Thema möchte ich noch kurz anschneiden, bevor wir zu unseren berühmten Fragen kommen. Euer Geschäftsfeld steht ja stark unter Kritik. Es gibt ja zum Beispiel den Soziologen Holger Rust, der Trendforschung als methodologische Schalotanerie bezeichnet. Wie geht ihr damit um?
Ich habe angefangen, das im universitären Bereich zu etablieren. Das liegt natürlich auch daran, dass ich in meiner jüngeren Funktion, ich muss Sachen belegen. Ich kann mir das nicht einfach aus dem Arsch ziehen. Ganz anderer Druck auf mir. Deswegen arbeite ich auch sehr viel mit Statistiken, Zahlen, Daten, Fakten. Aber gegen diese Wissenschaftlichkeit … Also ich muss natürlich auch sagen, der akademische Pfad ist ja der, der uns … Die haben uns nicht gut gedient jetzt als Gesellschaft. In letzter Zeit. Die Anti-Akademisierung, die gerade stattfindet, hängt natürlich auch mit solchen Aussagen zusammen. Das darf man natürlich nicht vergessen. Oder aus der Einstellung, aus der solchen Kommentare kommen. Ich kann es als Master und als Bachelor anbieten. Jetzt kann man natürlich sagen, das deutsche Bildung oder das Österreichische, in beiden Ländern, die Ministerien sind dumm Köpfe, weil sie das durchgehen lassen. Gut, dann kann man auch noch nicht mehr antworten.
Die Kritik ist auch deswegen da, weil dein Vater einige Prognosen ja fehlinterpretiert hat.
Da gibt es ja einige. Ja, da kann man natürlich jetzt … Also es ist natürlich auch so, dass die Medien nur interessiert, wo man Unrecht hatte.
Na klar.
Negative Kritik. Ich sage mal so: Man lebt nicht so lange auf so einem kurzlebigen Markt, wenn man der nicht mehr Recht als Unrecht gehabt hat. Und ich werde für die Sünden meines Vaters nicht antworten, aber du kannst mich in zehn Jahren noch mal interviewen und dann fragen, wo ich Unrecht hatte. Ich weiß schon, aber eine Sache hatte ich Unrecht.
Genau, ich wollte nämlich eine Fehlprognose von dir wissen.
Airpods. Ehrlich? Ich habe gesagt, das werden doch Leute dauernd verlieren, das wird sich nicht durchsetzen. Man sieht da übrigens jetzt auch schon einen Gegentrend drauf, aber da war meine Prognose zu subjektiv geprägt. Ich habe schon neun Stück verloren, also neun Paare. Ich wusste, mit meinem Lebensstil ist es nicht gut zu kombinieren, aber das war eine saubere Fehlprognose.
Aber wie gehst du mit der Kritik, dass viele Kritiker sagen, Zukunftsforschung ist ja Marketing und man berichtet ja den Unternehmern bei Vortreten genau das, was sie hören wollen oder lässt man sich dadurch …
? Dann überlebt man nicht lange am Markt. Es gibt ja viel, man sieht das immer, wenn so eine neue Technologie Hype kommt, springt immer so eine Blase an jungen Zukunftsforschern drauf, jungen Männern, die dann meistens rumlaufen, diese Technologien entdeckt. Krypto, NFTs, Meta Metaverse und so. Das wird, glaube ich, oft verwechselt. Wir kommen aus einer soziologischen Betrachtungsebene daran. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals … Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, wie man seinen Beruf handhabt, natürlich. Aber wenn mir in einem Briefing ein Kunde sagen würde, was ich über deren Produkt zu sagen habe, will ich nicht hinkriegen. Klar. Aber ich kann das natürlich schon verstehen. Wenn du Geld verdienen willst, musst du natürlich auch in den Bereich Marketing. Und wir haben das natürlich auch gemacht. Wir lernen natürlich auch daraus. Es gab mal eine Zeit, wo wir uns sagen, komm, machen Sie uns ein paar Trends und dann wird das schon … Die Zeit ist jetzt vorbei.
Was ich bei meiner Laufbahn mitbekommen was man hat, ist: Ich war immer zu ehrlich.
Das ist im Berater-Business ganz gefährlich.
Ganz gefährlich, aber ich kann nicht mehr in den Schatten springen. Und ich habe dann einfach für mich gelernt: Die Kunden müssen zu dir passen, dann funktioniert es.
Das ist Das ist so ein Matching-Prozess.
Und diejenigen, die es nicht aushalten, ist es so. Die Ehrlichkeit hat schon immer, es ist ein positiver, aber auch einen negativen Effekt. Viele halten es nicht aus, aber im Grunde genommen hat der positive Effekt überwiegt.
Ich bin natürlich da ein bisschen in einer anderen Rolle. Was ich gerne mache, ist liebevolle Provokation. Man muss auch sagen, momentan ist meine Rolle fast schon eher die eines, und ich hasse mich dafür.
Mentors?
Motivation. Mentor. Life Coach mit 32. Nein, so was mache ich nicht. Aber Motivations reicht.
Motivations, okay.
So ein bisschen. Ich versuche, das alles immer statistisch zu untermauern und so. Ich bin nicht immer da auf die Bühne, kommt man so motivationsreicht. Man kennt das ja: „Macht die Hände hoch Ich will nicht sagen, dass man so einen Bullshit will. Nein, ich will nicht mehr aus dem Fenster schmeißen. Aber eben mit dieser, was wir auch eingangs gesagt hatten, mit dieser Energie des wütenden Optimismus, einfach mal so einen Saal. Kurze Anekdote: Letztes Jahr, Jahresabschlussveranstaltung, Industriellenkammer in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. 2000 Mittelstandsunternehmer, denen alles gerade wegbricht. Deutsche Industrie, Nordrhein-Westfalen. Das ist vorbei. Und da habe ich mal so einen Saal mit 2000 von wirklich diesen alten, frustrierten Unternehmen, das habe ich gedreht gekriegt. Also wirklich von: „Jetzt kannst du mal hören, mit eurem Rumgemotze und komm, wir drehen das jetzt und finde eine Zukunft, die man sich freuen kann. Und da hat man schon das Gefühl, dass man auch Wirkung erzeugen kann, die im jetzigen Moment richtig ist. Weil Und dann: Was soll ich dem noch sagen? Den kann man nur zeigen, wie es gehen könnte und ein paar ordentliche Konstrukte und Wachstumsmöglichkeiten zeigen und dann geht es raus aus diesem ewigen Untergangsgejammere, weil sonst wird dieser Untergang ja auch zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
Dann wird man sagen: Habe ich doch gesagt, die Welt geht unter. Ich habe dafür gesorgt. Das kann ja auch nicht das Ziel sein. Aber so sieht man auch, und das versuche ich, glaube ich, damit zu sagen, einerseits der Beruf des Trend-und Zukunftsforschungs ist kein totalitärer. Das ist das, was wir machen, sondern der wandelt sich auch mit den Zeiten. Momentan, das ist vielleicht noch eher nur ich, ich habe das Gefühl, ich bin eher Wanderprediger momentan. Ein bisschen wie ein Priester, der früher gefahren ist und Leuten sagt: „Es wird nicht untergehen, die Welt, mein Kind und so. Also Ja, klar. Die ewige Unterstellung, dass man die Zukunft nicht wissenschaftlich er forschen kann, das stimmt schon. Das Interessante ist, es gibt ja Leute, die das können, super Prognostiker, gibt es tolle Bücher darüber. Keine Sau interessiert sich für dich.
Mein erstes Trend-Buch, weiß nicht, ob du das noch kennst? Da war der Popcorn-Report. Kennt du das?
Ja, Fet Popcorn.
Fet Popcorn. Das haben wir damals in meinem ersten Job, haben alle Führungsmitglieder im Endeffekt das Buch bekommen zum Lesen und da sind ja viele Dinge eingetreten damals. In dem Popcorn-Report, zum Beispiel, dass die asiatische Küche einen Boom hat, dass die Museen einen Boom haben. Da sind viele Dinge damals passiert. Das war sehr spannend. Das war das erste Mal, dass ich damit …
Ja, wie gesagt, dieses Feld gibt es nur, weil wir öfters recht hatten als Unrecht. Sonst wären wir alle in die Astrologie gewechselt.
Zu Gerda, genau.
Ich kenne Gerda. Ich war mal zusammen mit ihr beim Kaiser bei dieser Sendung. Ehrlich? Okay. Das war so traumatisch. Ach, die Scheiße. Das war für mich eine total wichtige Erfahrung, weil ich dann gesehen habe, was macht die? Was machen wir und wo ist der Unterschied? Das ist eine ganze Menge.
Aber das ist ja lustig. Gut, schauen wir noch ein bisschen in die Zukunft. Was unsere Hörer und Hörerinnen sicherlich jetzt wissen wollen, ist: Was soll ich jetzt morgen tun? Was soll Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wirklich anders machen? Was würdest du für einen Rat geben?
Ich würde auf jeden Fall sagen, man führt so eine Piggybank ein, so eine Kasse, wo Leute Münzen reinwerfen. Und jedes Mal, wenn jemand das Problem ist, sagt, wird da reingeschmissen. Managementzeit doppelt, war Schritt eins. Schritt Zwei, ich habe es vorhin schon mal gesagt, aber ich würde das wirklich noch mal bekräftigen: Wenn man schon keine Generationsquote in die Führungsetage reinkriegen kann, dann muss man irgendein reverse mentoring System aufschaffen. Du musst die jungen digitalen Leute irgendwie zumindest in hypothetische Entscheidungsrollen bringen. Dann lass sie einen Tag lang Chef spielen und lass sie frei von der Leber sagen, was sie alles verändern würden, wenn sie deine Position hätten. Okay. Und gib ihnen auch das Gefühl, dass du sie nicht am nächsten Tag dafür bestrafst, weil sie gesagt haben: „Hey, die Faxmaschine, die schmeißen wir jetzt weg. Das wäre noch, glaube ich, ganz wichtig. Und würde ich jetzt gerade wirklich empfehlen, wäre es natürlich ein Zukunftsforscher, einen toll motivierenden Vortrag zu buchen. Ich glaube, oft ist es wirklich …
Ist ein Wachrütteln.
Ja, ich will nicht sagen, Motivationsfrage, aber es ist eine Die Frage. Stell dir mal vor, die Leute hören den ganzen Tag lang in den Medien, nur es wird alles immer schlechter und immer schlimmer und dann wird mir das in meinem Unternehmen auch die ganze Zeit gespiegelt. Wie wäre es denn, wenn das Unternehmen die Oase von dem Weltuntergang wäre, der da draußen sowieso die ganze Zeit stattfindet? Das muss zumindest das Ziel sein. Und da gibt es natürlich einfach gewisse mentale Moves, die man dafür anwenden muss. Da bin ich nicht der Richtige für. Da gibt es auch andere, die das viel besser können als ich, so individualpsychologische Zukunft und so. Aber es gibt Zahlen, Daten, Fakten, Konstrukte und Konzepte, die einem auch wirklich noch Freude auf die Zukunft geben, sonst wäre ich ja nicht die ganze Zeit so gut gelaunt. Fast die ganze Zeit.
Gut, vielen Dank immer für das Gespräch. Und zum Abschluss gibt es unsere Eins, zwei, drei, zehn Fragen. Bei der ersten Frage gibt es eine Antwort möglich, bei der zweiten zwei und bei der dritten drei. Okay. Ja. Die erste Frage: Du stehst ja seit dem 24. Lebensjahr auf internationalen Bühnen und forscht über die Zukunft. Was ist deine persönliche Vision für das Jahr 2050, nicht als Zukunftsforscher, sondern als Mensch? Eine Antwort.
Ich möchte in einer Hütte irgendwo im Grünen leben, zwei Hunde haben. Das ist meine Vision für mich. Ganz anders, als man denken würde. Ich brauche kein fliegendes Auto, nichts. Ich brauche ein bisschen Entschleunigung.
Da gibt es viele.
Ja, ich bin nicht der Erste.
Ein paar Kollegen haben schon gesagt: „Okay, wir kaufen unseren Katamaran und verlegen die Offices dorthin und fahren durch die Welt mehrere.
Ich wäre mit einer Hütte in den Alpen ganz glücklich. Ich bin easygoing.
Okay. Zweite Frage: Du bist ja Teil der Horxdynastie, wie wir bereits wissen. Ihr Horx, ihr euch durch die Welt, wie wir heute gelernt haben. Was hast du von deinem Vater gelernt, das nicht in euren Büchern steht, zu beantworten?
Nervosität ist gut.
Nervosität ist gut?
Sobald du nicht mehr nervös bist, wirst du schlecht in dem, was wir machen.
Okay. Und das zweite?
Das zweite? Was ist das zweite, was ich von dem gelernt habe, dass es nicht in den Büchern steht? Doch. Ganz, ganz wichtig für diese Berufe ist, dass man sich etwas findet, das genau das Gegenteil ist. Okay. Weil ich müsste es Gärtnern. Da denkt er keine Sekunde. Irgendwas außer an den Boden und was da gerade passiert. Ich habe es sportlich gelöst, aber es ist auch ganz wichtig, mal nicht zu denken. Weil von uns erwartet man, dass wir die ganze Zeit immer noch im Denken sind. Ganz wichtig ist, dass man dem Ding auch mal kurz einen Timeout aufgibt. Das würde man nie in ein Buch reinschreiben.
Dritte Frage: In eurem Buch beschreibst du die Omnikrise als Phase, die bis 20 Jahre dauern kann. Was sind deine drei persönlichen Survival-Tips für diese Zeit?
Okay. Einen Tag die Woche ist das Handy aus. Ganz wichtig. Sonntag, guter Tag dafür. Survival-tip Nummer eins. Tipp Nummer zwei: Spazieren gehen lernen als Kulturtechnik. Hat mir, würde ich schon fast sagen, das Leben gerettet.
Alleine oder?
Alleine auch. Auch während Covid natürlich ganz viel zu zweit.
Wir sind dann danach … Auch im Gespräch und so. Steve Jobs hat das ja gemacht die ganze Zeit.
Das ist richtig. Es ist kein Wunder, dass auch die Mafia, dass mit ihren Konziliieris macht. Das ist schon eine funktionsfähige Kulturtechnik, würde ich unbedingt erlernen. Meine letzte Überlebnistechnik ist, mit Menschen wirklich abseits der digitalen Welt, im One-on-One mal zu fragen, wie es Ihnen eigentlich geht. Da wird man draufkommen, es geht den Leuten nicht so schlecht, wie wenn man da draußen liest. Da meine ich jetzt nicht: „Hey, wie geht es gut?, sondern wenn man ein bisschen tiefer nachgeht, im Analogen, in den Menschen geht es nicht so schlecht, wie wir uns einreden. Das sollte man mindestens einmal die Gottverdammte Woche machen, weil die wahre Rezession momentan ist keine ökonomische, sondern ist eine der Beziehungen. Und da muss man sich, glaube ich, gegen wehren. Das ist das Wichtigste in der Survival-Strategie.
Tristan, vielen Dank für das außergewöhnliche Gespräch. Es hat wirklich sehr, sehr viel Spaß gemacht. Ein langer Ritt, oder? Langer Ritt. Weiß nicht, wie lang wir es gebraucht haben.
Ich auch nicht, ich habe keine Ahnung.
Aber lass mich zum Schluss das wichtigste Zitat wiederholen, das wir heute besprochen haben. Wenn Roboter bessere Roboter wären, müssen wir Menschen humaner werden. Das finde ich extrem gut. Und das ist nicht nur eine schöne Formulierung, das ist auch ein Auftrag an die Unternehmen, an die Schulen, an jeden von uns. Vielen Dank für das Gespräch und vielen Dank fürs Kommen.
Ich habe zu danken. Wir sehen uns dann in 20 Jahren Dann können wir überprüfen, ob ich recht hatte.
Dann bin ich dann in Pension. Dann doch. Alles klar. Vielen, vielen Dank. Super. Danke. Danke schön. Schön, dass ihr dabei wart. Und wenn euch diese Episode mit Tristan Horx inspiriert hat, abonniert uns jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube, dann verpasst ihr sicherlich keine Zukunftsinsights mehr. Folgt uns auch auf LinkedIn und Instagram. Dort gibt es nämlich immer exklusive Clips, Highlights und die neuesten Digital First Trends. Und eine Bitte: Lass uns doch eine Sternebewertung da. Das hilft uns enorm und zeigt, welche Themen euch wirklich bewegen. Bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig, bleibt digital und bleibt zukunftsfähig. Digitale Grüße, euer Harald Grabner.
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